Ende Januar war ich in Kapstadt und eins der Highlights bei dieser Reise war die Innenarchitektur des Zeitz. Das neue zeitgenössische Museum ist in einem alten Getreidesilo an der Waterfront in Kapstadt untergebracht. Der britische Architekt Thomas Heaterwick hat das Silo umgebaut und eine atemberaubende Innenarchitektur geschaffen. Es gilt als ein weiteres Wahrzeichen & Haupttourismusort für Kapstadt. Eröffnet wurde es am 22. September 2017 und beherbergt nun auf neun Etagen und damit 6.000 Quadratmetern Galerie- und 3.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche afrikanische, zeitgenössische Kunst. Die Privatsammlung afrikanischer Kunst des deutschen Initiators, Kunstsammlers und Namensgebers Jochen Zeitz ist Bestandteil der Dauerausstellung.

Wenn man das Gebäude betritt, kommt man erstmal nicht mehr aus dem Staunen über die Innenarchitektur heraus. Ein mächtiges Atrium, in dem eine Drachen-Installation von Nicholas Hlobo hängt, begrüßt einen. Der Star-Architekt hat nach dem Modell eines Maiskorns aus den mächtigen Silo-Betonröhren einen zentralen Raum geschaffen. Er ist 27 Meter hoch und seine gläserne Decke dient als Dachterrasse. Eine Fahrt mit dem gläsernen Röhrenaufzug lässt einen noch mehr an der umwerfenden neuen, modernen Innenarchitektur & Struktur teilhaben. Auch die Wendeltreppen, die wie Bohrer wirken, führen zu den 80 eher steril gehaltenen Ausstellungsräumen. Kritiker bemängeln, dass zwei weiße Männer allein über die Auswahl der gezeigten Werke entscheiden. Das Potenzial des Museums ist enorm & es ist erst der Anfang getan. Warten wir ab, wie es sich weiterentwickelt und Dialoge über Kunst, Architektur & Innenarchitektur anstößt.

 

Über dem Museum befindet sich das Fünf-Sterne-Hotel „The Silo“. Seine 28 Zimmern befinden sich in den oberen sechs Etagen des Getreidesilos. Aufgrund der „Bullaugen-Fenster“ ähnelt die Architektur in meinen Augen ein wenig der Architektur der Elbphilharmonie.

Comment